verantwortungsvolle Gedanken
- miradaso

- 1. Feb.
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Unsere verantwortungsvollen Gedanken zum Bericht der NZZ am Sonntag vom 1. Februar 2026 „verräterische Signale“
Der Kunststoff Polyethylenterephthalat oder kurz PET feierte 2021 seinen 80. Geburtstag. Ursprünglich als Alternative zur Herstellung von Textilfasern entwickelt, ist das Material heute eines der wichtigsten in der Verpackungs- und Textilindustrie.
Gerade Flaschen aus PET sind eine Erfolgsgeschichte. Aus alten Flaschen kann bis zu 100% neue Flaschen hergestellt werden. Nur das hat auch seine Nachteile. Da PET nicht nur für Flaschen, sondern auch für andere Produkte eingesetzt werden kann ist der Kampf um die Flasche unerbittlich. Wer geht nun verantwortungsvoller mit der alten Flasche um, derjenige der eine neue Flasche daraus bläst, oder derjenige der Schallmatten herstellt?
Leider ist der Rücklauf in der Schweiz nur 84%, schöner wäre, wenn jede Flasche den Weg zurück ins Recyclingwerk finden würde. Die PRS (Pet Recycling Schweiz) leistet hier eine vorbildliche Aufklärungsarbeit zusammen mit den Sammelmöglichkeiten und ihrer Sisyphusarbeit des Vorsortieren. Unser Sammelsystem ist bald so alt wie die PET-Flasche im Markt ist. Es sorgt dafür, dass die Flasche verantwortungsvoll wieder zu einer neuen Flasche wird. Dass es leider auch Flaschen gibt, welche nicht korrekt behandelt wurden und deshalb für minderwertige Produkte verwendet werden, kommt vor. Daraus eine Schallmatte herzustellen ist eine sehr gute Lösung. Nur mit blossem Finger auf den Sammelstrom und die grossen Wasserabfüller zu zeigen, ist nicht zielgerichtet.
Wenn wir über die Grenze nach Deutschland schauen, hier ist die Sammelquote höher, dies dank der Bepfandung. Leider kommen so die gesammelten Flaschen nicht mehr zurück in den freien Getränkemarkt, sondern bleiben beim Detailhändler. Die internationalen Getränkeabfüller sehen davon die wenigsten rPET-Granulate wieder, da grosse Detaillisten die Ware nach der Rücknahme für die eigenen Getränke aufbereiten (Lidls Kreislaufflasche). Ein Ausweg auf alternative PET-Materialien ist deshalb notwendig. Der Einsatz von neu Material aus fossilen Brennstoffen wiederum muss verhindert werden. Die Möglichkeiten gibt es. So kennen wir auch verantwortungsvolle Familienbetriebe, die chemisch recyceltes rPET in grossen Mengen anbieten können. Aktuell ist der Markt an recycelten Materialien gesättigt. Die Preise sind tief. Es ist jedoch schon fast kannibalisierend mit weggeschnapptem PET-Flaschen seine Büroräumlichkeiten besser zu isolieren.
Aus unserer Sicht geht Verantwortung für die nächste Generation anders. Bereit zu sein zusammen den Strom zu verbessern, aufzuklären und Alternativen aufzubauen. Wir haben noch viele Kunststoffe, die heute schwierig zurück in den Kreislauf zu bringen sind. Ein funktionierender Kreislauf, indem man hochwertigen Kunststoffe (PET für Lebensmittel) für andere Produkte einsetzte ist nicht verantwortungsvoll. Der Ansatz ist richtig alternative Materialien zu finden welche für das Produkt passend für die Zukunft eingesetzt werden können. Und damit können dann auch die Büros der Multis mit gutem Gewissen wieder schallisoliert werden.




